Befreite Betreuung

Befreite Betreuer sind:

  • nach §§ 1908i I 1, 1857a BGB der Verein und die Behörde,

  • nach § 1908i II 2 BGB außerdem bestimmte nahe Angehörige des Betreuten, sowie Vereins- und Behördenbetreuer, es sei denn, das Betreuungsgericht hätte bei der Bestellung etwas anderes angeordnet.

Demnach sind nur freiberufliche und ehrenamtliche Einzelbetreuer von Haus aus nicht befreit.

Für befreite Betreuer gelten gegenüber den oben geschilderten Pflichten bei der Vermögensverwaltung einige Erleicherungen:

  1. Nach § 1852 II BGB gelten für sie die geschilderten Genehmigungspflichten nach §§ 1810 und 1812 BGB nicht. Außerdem brauchen sie keine Mündelsperre eintragen zu lassen.

  2. Nach § 1853 BGB sind sie von der Pflicht zur Hinterlegung von Inhaber- und Orderpapieren und von der Eintragung eines Sperrvermerks im Schuldbuch befreit.

  3. Nach § 1854 BGB brauchen sie während der Betreuung anstelle der regelmäßigen Rechnungslegung nur (in zwei- bis fünfjährigen Abständen) eine regelmäßige Vermögensübersicht vorzulegen.

Das Vermögensverzeichnis müssen sie jedoch ebenso erstellen wie die Schlußrechnung bei Beendigung der Betreuung und diese Tatsache wird leider häufig nicht berücksichtigt. Insoweit kann es sinnhaft sein, auch als befreiter Betreuer regelmäßig Rechnung zu legen, um sich den großen Aufwand einer Schlußrechnung ersparen zu können.

 
Sie sind hier: Betreuung | Aufgabenkreise | Vermögenssorge | Befreite Betreuung