Freie Berufsbetreuer

Freier Berufsbetreuer ist, wer Betreuungen in einem solchen Umfang übernommen hat, daß er sie nur im Rahmen einer Berufsausübung durchführen kann. Früher gab es keine nähere Definition, welcher konkrete Umfang hierfür zu fordern ist. Inzwischen bestimmt § 1 VBVG, daß das „in der Regel” der Fall ist, wenn der Betreffende mehr als zehn Betreuungen gleichzeitig führt oder mehr als 20 Wochenstunden hierfür tätig ist. Es genügt auch, wenn zu erwarten ist, daß diese Bedingungen demnächst erfüllt sein werden.

Über die Bestellung zum Berufsbetreuer entscheidet zwar letzten Endes das Betreuungsgericht. Es ist jedoch hierbei in mehrfacher Hinsicht von der Betreuungsbehörde abhängig. So soll es vor der erstmaligen Bestellung einer Person zum Berufsbetreuer die Betreuungsbehörde insbesondere zu den Voraussetzungen des §§ 1908i, 1836 I 3 BGB anhören (§ 1897 VII BGB). Außerdem ist die Behörde verpflichtet, sich eine Übersicht über die in Frage kommenden Personen zu verschaffen (§ 8 S. 1 BtBG).

Das Betreuungsgericht kann von sich aus allenfalls Berufsbetreuer bestellen, die es schon von anderen Betreuungsfällen her kennt. Wer sich jedoch neu als Berufsbetreuer etablieren will, kommt an der Betreuungsbehörde nicht vorbei.

 
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