Die Betreuungsverfügung

Wenn Sie Vorsorge für den Ernstfall treffen wollen müssen Sie nicht unbedingt eine Vorsorgevollmacht erteilen. Möglicherweise gibt es im Kreise Ihrer Angehörigen, Freunde oder Bekannten keine Person, die Sie zum Bevollmächtigten machen möchten, weil Sie kein Vertrauen zu diesen Personen haben. In diesem Fall kann eine Betreuungsverfügung eine sinnvolle Alternative sein. Der Vorsorgevollmacht ist aber immer dann der Vorzug zu geben, wenn im Kreise Ihrer Angehörigen oder Freunde jemand bereit ist, sich im Fall Ihrer Hilfsbedürftigkeit um Sie zu kümmern und Sie dieser Person absolut vertrauen können.

Was ist eine Betreuungsverfügung?

Mit einer Betreuungsverfügung können Sie bestimmen, wer vom  Betreuungsgericht als Ihr Betreuer eingesetzt werden soll, falls eine Betreuung erforderlich werden sollte. (§ 1897 IV BGB) Sie können auch festlegen, wer auf keinen Fall Ihr Betreuer werden soll. An diese Wünsche muss sich das Betreuungssgericht grundsätzlich halten. Der von Ihnen bestimmte Betreuer wird dann vom Betreuungssgericht eingesetzt und überwacht. Mit einer Betreuungsverfügung können Sie im vorhinein dafür Sorge tragen, dass das Gericht im Betreuungsfall nicht eine für Sie völlig fremde Person zum Betreuer bestellt. Mit einer Betreuungsverfügung geben Sie dem Gericht und dem Betreuer eine Handlungsanweisung, nach der diese sich zu richten haben.

Was kann in einer Betreuungsverfügung geregelt werden?

Was Sie in einer Betreuungsverfügung regeln wollen, hängt ganz von Ihrer individuellen Lebenssituation und Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnisse ab.

Sie können bestimmen, dass Ihr bisheriger   Lebensstandard beibehalten werden soll und dazu notfalls Ihr Vermögen aufgebraucht werden kann. Sie  können Bestimmungen zur Verwaltung Ihres Grundvermögens  (Haus, Eigentumswohnung etc.) treffen. Sie können festlegen, dass bestimmte Personen zu Geburtstagen, Weihnachten,Hochzeiten usw. mit   Geld oder Sachgeschenken bedacht werden. Sie können Wünsche betreffend des Abschlusses eines Bestattungsvertrages äußern. Sie können bestimmen, wer sich im Fall Ihrer Pflegebedürftigkeit um Sie kümmern soll. Sie können bestimmen, dass Sie bis zu Ihrem Tod in Ihrer bisherigen Wohnung versorgt werden, wenn dies aus medizinischer Sicht möglich ist.

Falls der Umzug in ein Heim unvermeidbar ist, können Sie festlegen, ob Ihr Grundvermögen verkauft werden soll, um sich mit dem Verkaufserlös in ein Seniorenheim einzukaufen. Sie können bestimmen, in welchem Heim Sie wohnen möchten, ggf. in welchem Heim Sie auf keinen Fall wohnen möchten. Sie können festlegen, welche persönlichen Gegenstände oder Möbel Sie  mitnehmen möchten. Sie können festlegen, welche persönlichen  Gegenstände oder Möbel im Falle einerWohnungsauflösung an Angehörige oder Bekannte ausgehändigt werden  sollen. Bitte denken Sie daran, entsprechende Namen und Anschriften vollständig anzugeben.

Ist die Betreuungsverfügung an eine bestimmte Form gebunden?

Hier gilt, wie bei der Vorsorgevollmacht, dass eine bestimmte Form nicht vorgeschrieben ist. Aber auch hier sollte schon aus Beweisgründen die Betreuungsverfügung schriftlich abgefasst und mit Ort, Datum und Unterschrift versehen werden.

Wo soll die Betreuungsverfügung aufbewahrt werden?

Wie bei der Vorsorgevollmacht sollten Sie auch bei der Betreuungsverfügung darauf achten, dass diese im Bedarfsfalle sofort auffindbar und greifbar ist. Jeder, der im Besitz der schriftlichen Betreuungsverfügung ist, ist verpflichtet, diese unverzüglich an das Betreuungsgericht abzuliefern, sobald er von der Einleitung eines Betreuungsverfahrens Kenntnis erlangt (§ 1901 c BGB). Ggf. können Sie Ihre Betreuungsverfügung auch beim Betreuungssgericht hinterlegen. Zuständig ist das Betreuungsgericht, in dessen Bezirk Sie Ihren Wohnsitz haben

 
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