Reicht eine Generalvertretungsvollmacht zur Vorsorge aus?

Auf diese Frage gibt es eine klare Antwort. Nämlich, das kommt drauf an.

Mit einer Generalvollmacht können Sie eine bestimmte Person bevollmächtigen, Sie in allen Vermögens- und Rechtsangelegenheiten gegenüber jedermann und in jeder denkbaren Angelegenheit zu vertreten. Auf den ersten Blick scheint dies die einfachste und unkomplizierteste Art der Vorsorge zu sein. Aber die Generalvollmacht deckt mehrere wichtige Fälle nicht ab! So kann der  Bevollmächtigte ggf. in nachfolgenden Angelegenheiten keine rechtlich bindenden Willenserklärungen für Sie abgeben:

  • Zustimmung zur Untersuchung Ihres Gesundheitszustandes,

  • Zustimmung zur ärztlichen Heilbehandlung,

  • Zustimmung zum medizinischen Eingriff insbesondere, wenn Lebensgefahr besteht (z.B.  schwere Herzoperation) oder ein schwerer, länger andauernder Gesundheitsschaden zu erwarten ist (z. B. Amputation)

  • Einwilligung in eine zu Ihrem Schutz notwendige geschlossene Unterbringung (z. B. in einer geschlossenen Station eines  Krankenhauses  oder Pflegeheims)

  • Einwilligung in eine andere freiheitsentziehende Maßnahme z . B. Bettgitter, Bauchgurt, Handfessel, medikamentöse Ruhigstellung)

  • Einwilligung in eine Organspende

In diesen Fällen verlangt das Gesetz, dass die schriftliche Vollmacht diese Befugnisse ausdrücklich bezeichnet. Daher ist eine Generalvollmacht, die pauschal zur Vertretung in allen Angelegenheiten berechtigt, nicht ausreichend! Hinzu kommt, dass der Bevollmächtigte bei den soeben genannten ärztlichen Eingriffen so wie bei Unterbringungsmaßnahmen die Genehmigung des Betreuungsgerichts einholen muss. Es empfiehlt sich also die Befugnisse, zu denen die Vollmacht berechtigen soll, so genau wie möglich zu bezeichnen

 
Sie sind hier: Vorsorge | Vorsorgevollmacht | Alternative Generalvertretungsvollmacht?